Von wem Prinzessin Zelda ihren Namen hat

Die wohl bekannteste Prinzessin aus der Videospielwelt trägt den Namen einer Schriftstellerin. Zelda Fitzgerald war die Ehefrau des US-amerikanischen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald (Der große Gatsby).

Der weibliche Vorname Zelda ist selten, aber wunderschön im Klang.
Das wusste auch Spieleentwickler Shigeru Miyamoto, darum gab er der Prinzessin vom Königreich Hyrule diesen Namen. In Japan spricht man ihn allerdings Zeruda aus; infolge des Silbenalphabets, das weder unser L, geschweige denn ein Lu kennt.
Ob für die Japaner als Zeruda oder für den Rest der Welt als Zelda, seit 1986 wird mit diesem weiblichen Vornamen eine junge Thronfolgerin verbunden, die auf ewig vom personifizierten Bösen namens Ganon entführt und vom Krieger Link befreit werden muss.

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Hat außer dem Vornamen nichts mit der Schriftstellerin gemeinsam: Prinzessin Zelda.

Wer genau war denn nun Zelda Fitzgerald?

Sie wurde im Jahr 1900 geboren und lernte als junge Erwachsene den Schriftsteller
F. Scott Fitzgerald kennen. Scott veröffentlichte 1925 den sehr populären Roman „Der Große Gatsby“. Die Ehe zwischen den beiden war geprägt von Scotts Alkoholsucht und Gewalttätigkeiten. In den „roaring twenties“ war das Ehepaar in New York sowie Paris für ihren exzessiven hedonistischen Lebensstil bekannt.
Zelda gilt heute als Paradebeispiel der sog. „flapper girls“. Nächtliches Umherziehen durch Jazzbars und Tanzlokale, ein freches Auftreten, knappe Kleider und kurze Haare, Alkohol und Zigaretten – das sind einige Beispiele, mit denen man „flapper girls“ in Verbindung bringen kann. Zelda führte diesen Lebensstil.
Ihr Mann Scott verarbeitete das Bild der emanzipatorischen Frauen zusätzlich in seinen Werken. Er stellte die „flappers“ als Luxusgeschöpfe dar, ohne den Willen zum Erwachsenwerden und ohne Verantwortungsbewusstsein.

Schenk mir den Walzer

Bald tanzte, malte und schrieb Zelda Fitzgerald gegen den immensen Ruhm ihres Mannes an. Das Rampenlicht teilten sie sich, aber sie stand eher in seinem Schatten.
Dies wollte sie verändern und letztlich für ihre Unabhängigkeit nutzen. Ihre ersten Erzählungen entstanden ab 1923. Scott akzeptierte ihre schriftstellerische Neigung neben der seinigen zwar, veröffentlicht wurden die Werke aber hauptsächlich unter seinem Namen. Zwischenzeitig litt Zelda sehr unter der Ehe: zahlreiche Aufenthalte in europäischen Nervenkliniken waren die Folge, aber eine Scheidung stand für Scott außer Frage. Im Oktober 1931 begann Zelda einen autobiographischen Roman zu schreiben: Schenk mir den Walzer.
Ein Jahr später wurde er veröffentlicht, allerdings nicht ohne dass Scott mit seinem Lektor ihn fleißig überarbeitete. Viele Passagen, die eindeutige persönliche Dinge über ihre schwierige Ehe sowie dem aufbrausendem Lebensstil preisgaben, wurden gestrichen.
An die 100 Seiten länger sollte das Werk seiner Frau im Original gewesen sein.

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In der Ausgabe von 1984 bei Zweitausendeins bekommt der Leser einen visuellen Einblick in das Leben von Zelda und F. Scott Fitzgerald.

Himbeeren mit Sahne im Ritz

Nun liegt mir ein Exemplar von „Schenk mir den Walzer“ aus dem Verlag Zweitausendeins vor. Hinten im Buch sind zahlreiche Fotographien von Zelda und
F. Scott Fitzgerald abgebildet. Es ist ein gebundenes, gut erhaltenes Buch aus dem Jahr 1984. Vertauscht man die beiden hinteren Jahreszahlen, ergibt sich das Todesjahr von Zelda Fitzgerald: sie verstarb 1948 auf grausame Weise infolge eines Krankenhausbrandes. 2016 erschien mit „Himbeeren mit Sahne im Ritz“, eine Sammlung von elf Erzählungen erstmals auf Deutsch.

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